Kommentar zu Anil K. Jains »Pathologie des Politischen« Texte, die wirklich neu denken, erkennt man daran, dass sie beim ersten Lesen verstanden werden – und erst beim zweiten ihre eigentliche Tragweite entfalten. Jains Essay gehört zu dieser seltenen Kategorie. Was zunächst wie eine engagierte politische Streitschrift erscheint, erweist sich bei näherer Betrachtung als theoretisch außerordentlich dichte Arbeit, die in der Tradition der Kritischen Theorie steht und diese in entscheidenden Dimensionen weiterführt. Der folgende Kommentar versucht, die wesentlichen theoretischen Leistungen des Textes herauszuarbeiten – in der Reihenfolge ihrer strukturellen Bedeutung, nicht ihrer Erscheinung im Text. |